Der Zug der Tränen

Es war ergreifend. Nachdem am 2. November 1964 kurz vor zwölf Uhr der erste Zug mit Ostdeutschen seit dem Mauerbau in Hamburgs Hauptbahnhof eingefahren war, wurden die Bahnsteige binnen weniger Minuten zu einem Ort „gesamtdeutscher Bewegung“. Fast 600 meist ältere Menschen konnten nach mehr als drei Jahren Trennung endlich ihre Verwandten und Freunde wiedersehen. „Tränen...
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„Komplexe Materie“

Die Richter am Hamburger Verwaltungsgericht waren am Mittwoch nicht zu beneiden. Anfangs schien die Verhandlung über die Klagen eines Anwohners der Max-Brauer-Allee und der Umweltschutzorganisation BUND wegen Luftverschmutzung nach einem eindeutigen Fall auszusehen. Doch die gut vierstündige, in ruhigem Ton vollzogene juristische Auseinandersetzung im Haus der Gerichte am Lübecker Tor brachte...
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Geld verloren, Ruhe gewonnen

Manchmal wiederholt Geschichte sich doch. Der gestern besiegelte „Rückkauf“ des linksalternativen Kulturzentrums „Rote Flora“ erinnert an die Ereignisse um die Hamburger Hafenstraße Ende der 80er-Jahre. Heute wie damals lässt der Senat sich in letzter Instanz auf einen Handel mit Besetzern einer Immobilie ein. Die Kosten für den Deal muss die Allgemeinheit übernehmen....
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Hamburg in bestem Licht

Es ist Weihnachtszeit und jetzt, Anfang Dezember, wirken Hamburgs Weihnachtsmärkte noch aufregend. Prof. Peter Andres steht zwischen den Buden am Jungfernstieg und tritt von einem Fuß auf den anderen. In seiner rechten Hand hält er ein Leuchtdichtemessgerät, das eher an eine altertümliche Filmkamera erinnert. Andres ist Sprecher des Hamburger Lichtbeirats. Dem Gremium gehören die Lichtplaner...
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Die U-Bahn, die nie fuhr

Hamburgs Wirtschaftssenator Helmuth Kern hatte die Latte ganz hoch gehängt. Es bleibe das Ziel der Nahverkehrspolitik, das gesamte Schnellbahnnetz zwischen Ottensen und dem Berliner Tor so weit zu verdichten, dass im innerstädtischen Bereich von jedem Punkt aus eine Schnellbahnstation innerhalb von fünf Minuten zu Fuß erreicht werden könne, sagte der Politiker im Spätherbst 1973. Was Kern damit...
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Gerhard Fuchs ist der A7-Baustellen-Kümmerer

Der erste Brief lag bereits auf seinem Schreibtisch in der Wirtschaftsbehörde, obwohl Gerhard Fuchs seine neue Stelle noch gar nicht angetreten hatte. Anwohner des Schleswiger Damms hatten ihm geschrieben und darin Vorschläge unterbreitet, wie in Schnelsen der Bau des Lärmschutzdeckels über die Autobahn 7 verträglicher organisiert werden könnte. Die Augen des ehemaligen Wandsbeker...
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